Energieauditpflicht für große Unternehmen

Die EU-Energieeffizienzrichtlinie sieht vor, dass alle Unternehmen, die nach EU-Definition kein KMU sind, alle vier Jahre und erstmalig 2015 ein Energieaudit durchführen müssen.

Die Bundesregierung hat diese EU-Vorgabe durch die Ende April 2015 in Kraft getretene Anpassung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) in nationales Recht umgesetzt.

Die mindestens 50.000 betroffenen Unternehmen müssen demnach der Verpflichtung zum Erstaudit bis zum 5. Dezember 2015 fristgerecht nachkommen. Da bei einem Verstoß Bußgelder drohen, sollten Unternehmen genau prüfen, ob sie von der Verpflichtung betroffen sind und welche Anforderungen erfüllt werden müssen.

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DIN EN 16247-1: Für große Unternehmen verbindlich

Seit dem 22.04.2015 ist das neue Gesetz für Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) in Kraft. Es sieht laut Novellierung vor, dass alle Unternehmen (Gewerbe, Industrie und nicht-produzierende Unternehmen), die kein kleines und mittleres Unternehmen (KMU) darstellen, verpflichtet sind, erstmals bis zum 05. Dezember 2015 ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchzuführen.

Elemente des Energieauditprozesses

Quelle: DENEFF

Ausgenommen sind Unternehmen, welche eine Zertifizierung nach ISO 50.001 oder EMAS nachweisen können, welches mindestens 90 % des gesamten Energieverbrauchs des Unternehmens abdeckt. Wer entgegen seiner Verpflichtung ein Energieaudit durchzuführen, ein Energieaudit nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig durchführt, kann verpflichtet werden, ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 € zu zahlen. Zu einem Bußgeld kann ferner verpflichtet werden, wer wahrheitswidrig behauptet, ein KMU zu sein. Die BAFA überprüft die Einhaltung stichpunktartig.

Definition eines Nicht-KMU

Zur Einordnung eines Unternehmens als Nicht-KMU sind die Mitarbeiterzahlen und die finanziellen Schwellenwerte zu berücksichtigen. Ferner sind eigenständige Unternehmen, Partnerunternehmen sowie verbunden Unternehmen und Unternehmen mit Beteiligung der öffentliche Hand zu unterscheiden. Ist das Unternehmen nicht eigenständig, sondern Partner oder Teil von anderen Unternehmen oder hält selbst Anteile, ist dies bei der Beurteilung der KMU-Eigenschaft zu berücksichtigen. Es ist daher in jedem Fall eine Einzelfallprüfung erforderlich. Die Bewertung, ob ein Unternehmen ein sog. Nicht-KMU ist und damit zur Durchführung eines Energieaudits verpflichtet ist, obliegt den Unternehmen selbst.

KMU oder Nicht KMU?

Quelle: DENEFF

Als Nicht-KMU gilt,

  • wer 250 oder mehr Personen beschäftigt oder
  • wer weniger als 250 Personen beschäftigt, aber mehr als 50 Mio. EUR Jahresumsatz und mehr als 43 Mio. EUR Jahresbilanzsumme hat.

Mitarbeiterzahl und finanzielle Schwellenwerte
Ausschlaggebend für die Einstufung eines Unternehmens ist zunächst die Mitarbeiterzahl von 250 oder mehr Personen. Wird dieser Grenzwert überschritten, kann ein Unternehmen keinen KMU-Status erreichen, auch wenn Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme unter den festgelegten Grenzwerten liegen.

Freistellung von der Pflicht zur Durchführung eines Energieaudits

Unternehmen sind von der Pflicht nach § 8 Absatz 1 EDL-G freigestellt, wenn sie zum jeweils maßgeblichen Zeitpunkt entweder

  • ein Energiemanagementsystem nach der DIN EN ISO 50001 oder
  • ein Umweltmanagementsystem im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates (EMAS)

eingerichtet haben.

Es ist hierbei unschädlich, wenn bei Unternehmen mit mehreren Standorten unterschiedliche Systeme (d. h. mehrere Zertifikate nach DIN EN ISO 50001, EMAS oder Zertifikate sowohl nach DIN EN ISO 50001 als auch EMAS) betrieben werden. Es können einzelne Standorte von der Nachweisführung ausgenommen werden, wenn der Gesamtenergieverbrauch des Unternehmens erfasst wird und sich die von der Nachweisführung ausgenommenen Standorte auf insgesamt nicht mehr als zehn Prozent des Gesamtenergieverbrauchs des Unternehmens beziehen.

Weiterhin ist es auch zulässig, wenn Unternehmen mit mehreren Standorten Mischsysteme aus Energiemanagementsystemen und/oder Umweltmanagementsystemen und Energieaudits nach DIN EN 16247-1 betreiben (d.h. mehrere Zertifikate nach DIN EN ISO 50001 und Energieaudits nach DIN EN 16247-1 oder mehrere Zertifikate nach EMAS und Energieaudits nach DIN EN 16247-1 oder Zertifikate sowohl nach DIN EN ISO 50001 als auch EMAS und Energieaudits nach DIN EN 16247-1).

Unternehmen, die sich dafür entscheiden, über die Pflicht zur Durchführung eines Energieaudits hinauszugehen und ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS einzuführen, soll kein Nachteil daraus erwachsen, dass sie eine ambitioniertere Maßnahme zur Steigerung der Energieeffizienz einführen. Um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Zertifizierung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems längere Zeit in Anspruch nimmt als die Durchführung eines Energieaudits und daher möglicherweise nicht bis zum 05. Dezember 2015 vollständig abgeschlossen werden kann, sind diese Unternehmen im ersten Jahr nach dem Stichtag bei der Nachweisführung entlastet.

Erfüllung der Pflicht zur Durchführung von Energieaudits

Von der Repräsentativität des Energieaudits wird in jedem Fall dann ausgegangen, wenn auf der Basis einer Gesamterfassung der Energieverbräuche eines Unternehmens mindestens 90 % des gesamten Energieverbrauchs vom Energieaudit erfasst wird. Es muss somit zunächst die Basis des gesamten Energieverbrauchs definiert werden, um bei der Durchführung des Energieaudits eine Konzentration auf die wesentlichen Energieverbraucher vornehmen zu können.

Der gesamte Energieverbrauch wird hierbei definiert, als die Menge der eingesetzten und vom Unternehmen selbst verbrauchten Endenergie in dem maßgeblichen betrachteten Zeitraum im gesamten Unternehmen. Hierbei sind alle Energieträger zu berücksichtigen (Strom, Brennstoffe, (Fern/Nah-) Wärme, erneuerbare Energieträger, Kraftstoffe, etc.). Ein Unternehmen ist dabei die rechtlich selbständige Einheit, die aus handels- und/oder steuerrechtlichen Gründen Bücher führt und bilanziert, einschließlich ihrer Zweigniederlassungen, Filialen und Betriebe bzw. Betriebsteile. Dementsprechend gelten rechtlich selbständige Tochtergesellschaften als eigene Unternehmen; der gesamte Energieverbrauch einer Tochtergesellschaft ist nicht Bestandteil des gesamten Energieverbrauchs der jeweiligen Muttergesellschaft.

Es müssen alle Anlagen, Standorte, Prozesse, Einrichtungen und der Transport des Unternehmens erfasst werden. Auch Verkaufsräume, Verwaltungsräume, Lagerräume oder vergleichbare Räumlichkeiten sind bei der Ermittlung des Gesamtenergieverbrauchs zu berücksichtigen, wenn das Unternehmen in diesen Energieträger einsetzt bzw. verbraucht.

Das Energieaudit ist dann als verhältnismäßig einzustufen, wenn es sich bei der Ermittlung des Gesamtenergieverbrauchs auf die in Deutschland und damit im Geltungsbereich des EDL-G befindlichen Anlagen, Standorte, Prozesse, Einrichtungen und den Transport beschränkt. Gleichwohl können diese im Ausland befindlichen Standorte einer dort geltenden Energieauditpflicht unterliegen.

Durchführung des Energieaudits

Sofern das Unternehmen zum Erfüllungszeitpunkt (erster Zeitpunkt 05. Dezember 2015) kein gültiges, zertifiziertes

 

  • Energiemanagementsystem nach der DIN EN ISO 50001 oder
  • Umweltmanagementsystem im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates (EMAS) oder
  • ein Mischsystem von Energie- und Umweltmanagementsystemen (siehe Punkt 2.5) eingerichtet hat,

welches mindestens 90 % des gesamten Energieverbrauchs des Unternehmens abdeckt (und diese Unternehmen sich in der ersten Periode auch nicht selbst verpflichten ein solches einzuführen), besteht die Pflicht zur Durchführung von Energieaudits nach § 8a EDL-G.

Um Missverständnissen vorzubeugen, wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die nachfolgenden Regelungen sich auf die Durchführung von Energieaudits nach der DIN EN 16247-1 beziehen. Diese dürfen nicht mit internen oder externen Audits nach der DIN EN ISO 50001 oder nach EMAS verwechselt werden.

Die Pflicht zur Durchführung des ersten Energieaudits gilt nach § 8 Absatz 1 Nummer 1 EDL-G als erfüllt, wenn zwischen dem 04. Dezember 2012 und dem 05. Dezember 2015 ein Energieaudit durchgeführt worden ist, das den Anforderungen nach § 8a EDL-G entspricht.
Die Pflicht zur Durchführung eines Wiederholungsaudits gilt nach § 8 Absatz 1 Nummer 2 EDL-G als erfüllt, wenn gerechnet vom Zeitpunkt des ersten Energieaudits bzw. des vorhergehenden Energieaudits mindestens alle vier Jahre ein weiteres Energieaudit nach Maßgabe von § 8a EDL-G durchgeführt wird. Die im Energieaudit verwendeten Daten dürfen sich nicht auf einen Zeitraum beziehen, welcher bereits in vorherigen Energieaudits zugrunde gelegt wurde.

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Downloads

Das Merkblatt für Energieaudits der BAFA enthält ausführliche Informationen die Ihnen weiterhelfen:

Der Praxisleitfaden “Energieauditpflicht für Nicht-KMU” der DENEFF erklärt Ihnen sehr anschaulich was zu tun ist:
Leitfaden DENEFF zur Energieauditpflicht für NICHT-KMU